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Die Energiekonzerne preisen Atomkraft als klimafreundliche Zukunftsenergie. Doch die Stromerzeugung mit der Kernspaltung ist nicht klimaneutral. Denn der Abbau von Uran und die Herstellung von Brennelementen sind sehr energieaufwändig. Nach Berechnungen des Öko-Instituts entstehen bis zu 65g CO2 pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Ein modernes Blockheizkraftwerk mit Wärme-Auskopplung kommt auf 49g, eine Windkraftanlagen auf 24g – die vor allem bei der Herstellung entstehen.
Atomkraft ist auch keine „Brückentechnologie“ hin zu einer klimafreundlichen Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien – sondern eine „Blockadetechnologie“. Würden die deutschen Atomreaktoren weiterbetrieben und der Ausbau Erneuerbare Energien fortgesetzt, entstünde schnell ein Überangebot an Strom. Die Konkurrenz würde sich verschärfen, weswegen die Energiekonzerne noch stärker als bisher die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien behindern würden – etwa beim Netzausbau für Offshore-Windanlagen. Die Energiewende wäre beendet, bevor sie richtig begonnen hat.
Die Konzerne behaupten, sie würden Teile ihrer Extra-Gewinne für die Erforschung Erneuerbarer Energien abzweigen, sollten die Laufzeiten verlängert werden. Doch diese Ankündigung ist nur eine PR-Maßnahme. Für eine größere Dynamik beim Ausbau Erneuerbarer Energien braucht es nicht mehr Forschungsmittel, sondern weniger Blockaden durch die Konzerne.
Ein neues AKW zu bauen, kostet derzeit 4 bis 5 Milliarden Euro und dauert von der ersten Planung bis zur Fertigstellung etwa 10 Jahre. Mit dem gleichen Geld lässt sich in deutlich kürzerer Zeit viel mehr für den Klimaschutz tun, steckt man es in Maßnahmen zur Energieeffizienz, in Energiesparprogramme oder den Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Wer Atomstrom aus einem bereits laufenden Reaktor bezieht, heizt sein Haus in der Regel fossil und trägt damit zur CO2-Belastung bei. Moderne Blockheizkraftwerke sorgen für Wärme und Strom gleichzeitig, machen damit das AKW überflüssig und senken trotzdem die Gesamt-CO2-Belastung.