Nimm mit 606.701 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Anrede,
vielen Dank für Ihre Anfrage vom 4.Mai 2010, die ich Ihnen gerne beantworte:
Ich halte Kernenergie für eine sehr risikoreiche Technologie. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines erheblichen Störfalls mag sehr gering sein – die Schadenshöhe eines derartigen Störfalls ist aber unabsehbar. Die Problematik hinsichtlich der Entsorgung von kontaminierten Reststoffen ist immer noch nicht gelöst.
Kernenergie ist daher für mich keine Zukunftstechnologie!
Ganz unabhängig davon, inwieweit Kernenergie eine Brückentechnologie ist, halte ich eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke für ein falsches Signal an die Kraftwerksbetreiber. Ich würde mich dagegen freuen, wenn es uns gelingen würde eine dezentrale, im Wesentlichen auf regenerativen Energiequellen aufbauende, Versorgungsstruktur zu schaffen.
Dies ist sicherlich ein schwieriger und langer Weg, für den ich aber gerne – auch innerhalb der Union – werbe.
Über mein Abstimmungsverhalten im Bundestag entscheide ich jeweils nach der konkreten Fragestellung und den speziellen Umständen – genauso werde ich es mit eventuellen Abstimmungen über die Leitlinien einer zukünftigen Energieversorgung halten.
Ich würde mich freuen, wenn es uns gelingen könnte, die Auseinandersetzung über die Zukunft der Kernenergie auf eine sachliche und pragmatische Basis zurückzuführen. Denn ich nehme mit Besorgnis wahr, dass sich in dieser Diskussion zwei Meinungsblöcke gegenüberstehen, die beide Ihre Fähigkeit zum konstruktiven Dialog verloren haben. Wer für den Ausbau bzw. die Weiternutzung von Kernenergie ist mag dafür genauso respektable Gründe haben wie jemand, der gegen die Weiternutzung von Kernenergie ist – vielleicht fehlt es in dieser Diskussion an diesem Respekt. Ich würde mich freuen, wenn wir dies ändern könnten.
Mit besten Grüßen
Ralph Brinkhaus