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Gemeinsame Pressemitteilung

Marl, 22. September 2009

Anti-Kohle-Protest vor dem Marler Rathaus

"Dinosaurier-Technologie stoppen!"

Kampagnenbündnis errichtet fünf Meter hohes Dinosaurier-Kohlekraftwerk / Öffentliche Debatte zu geplanten Kohlekraftwerken

Marl, 22.09.09: Mit einem als Dinosaurier gestalteten Kohlekraftwerk demonstrierten eine Woche vor der Bundestagswahl Campact, der BUND, die Klima-Allianz sowie die Bürgerinitiative Lebensqualität und Umweltschutz (BLU) vor dem Marler Rathaus gegen das von Evonik geplante Kohlekraftwerk. Aus dem „Kohlosaurus“ stiegen dabei hunderte CO2-Ballons auf, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisierten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten: „Dinosaurier-Technologie stoppen!“.

Mit der Aktion riefen die Veranstalter die Bürger in Marl auf, am Sonntag die Parteien zu wählen, die sich für den Klimaschutz und gegen den Einsatz klimaschädlicher Technologien einsetzen.

Ferdinand Dürr vom Kampagnen-Netzwerk Campact begründete, warum Klimapolitik für den demokratischen Prozess entscheidend ist: „Die Mehrheit hat begriffen, dass aktiver Klimaschutz eine elementare Rolle in der Politik spielen muss: Klimaschutz heißt, die Zukunft für folgende Generationen zu gestalten und damit einen Nutzen für die Allgemeinheit zu schaffen und nicht nur für die Energiekonzerne. Nur in NRW werden bereits jetzt 44% der CO2-Verschmutzungsrechte verbraucht. Schon mit den 11 Kohlekraftwerksplanungen in NRW sind die deutschen Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreichbar, bundesweit sind 29 Kohlekraftwerke geplant.“

Marcus Florin, Sprecher der Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz (BLU), erklärte: „Kurz vor der Bundestagswahl haben wir mit der Diskussionsrunde das Bewusstsein für das Ausmaß der Evonik-Planungen nach Marl getragen. Die gesundheitlichen Belastungen u.a. durch Feinstäube sind in der Region bereits enorm. Das neue Kohlekraftwerk wird für die Menschen das Risiko deutlich erhöhen, an Lungenkrankheiten, Bronchitis und Krebs zu erkranken. Die Standortsicherung des Chemieparks wird von Evonik nur vorgeschoben, um die Kohlekraftwerksplanung zu rechtfertigen.“

Claudia Baitinger, Kreissprecherin des BUND Recklinghausen, betonte, dass das Kohlekraftwerksprojekt in Marl nicht nur aus klimapolitischer Sicht problematisch ist. „Wir fragen uns schon lange, wie viele Kohlekraftwerke diese Region eigentlich verträgt! Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht in Münster mit seinem Urteil zum E.ON-Bau in Datteln die geltende Rechtslage verdeutlicht. Dies ist auch für das Vorhaben von Evonik in Marl wegweisend. Aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung und zur Lippeaue, einem Naturschutzgebiet von europäischem Rang, sehen wir in Marl ähnliche Probleme wie in Datteln.“

Vor der Aktion diskutierten die Vertreter von Campact, dem BUND NRW und der BLU mit Hans Stenzel vom Evang. Kirchenkreis Jülich, Dr. Hermann E. Ott, Bundestagskandidat Bündnis 90/Die Grünen Wuppertal, Dr. Albrecht Moslehner, Bundestagskandidat der FDP (Wahlkreis Recklinghausen II), Bernd Michael Hübner, Bundestagskandidat Die Linke (Wahlkreis Recklinghausen II), dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDULandtagsfraktion, Christian Weisbrich, und dem umwelt- und energiepolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion André Stinka.

Gemeinsam mit interessierten Bürgern diskutierten sie über die regionalen als auch bundesweiten Auswirkungen der Pläne der Energiekonzerne, 29 neue Kohlekraftwerke in Deutschland zu errichten.

Weitere Informationen: www.stoppt-das-kraftwerk.de

Pressekontakt:
Ferdinand Dürr, Campact e.V., Tel.: 0176 - 21719335
Marcus Florin, BLU, Tel.: 02360 - 10147
Daniela Setton, die klima-allianz, Tel.: 0179 - 7102094

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